Prof. Herbert Wurzinger

 

Skodagasse 22

 

Am 13. August 1918 in Wien geboren, begann er sich schon früh für Malerei, Musik und Literatur zu interessie­ren, denn: „ich bin ja schließlich durch meinen Urgroßonkel, Professor Karl Wurzinger, erblich belastet”, erzählte er immer wieder. "Der war Rektor der Wiener Kunstakademie." An der Lehrerbildungsanstalt Kundmanngasse ließ man ihm eine umfassende musikalische Ausbildung angedeihen, die auch Geigen-, Klavier- und Orgelunterricht beinhaltete.

Seine erste Lehramtsprüfung legte Professor Herbert Wurzinger im Jahr 1939 ab, danach studierte er an der Akademie für bildende Künste in München. Nach  dem Zweiten Weltkrieg war Professor Wurzinger wieder als Lehrer tätig und unterrichtete später Deutsch, bildnerische Erziehung und Musik. "Im verstärkten Maß widmete ich mich der Kunsterziehung, auch außerschulisch an Volkshochschulen. Dem Arbeiten mit Jugendlichen folgte mehr und mehr Arbeit mit Erwachsenen", erzählt Prof. Wurzinger.

1978 erhielt Professor Wurzinger vom Salzburger Landeshauptmann den Sonderpreis der Sommerakademie Salzburg. 1986 von Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger mit der Ehrenmedaille in Bronze ausgezeichnet, wurde Prof. Wurzinger 1987 in das österreichische Kunstlexikon „Maler und Graphiker des zwanzigsten Jahrhunderts" aufgenommen.

Professor Herbert Wurzinger ist am 11. Juli 1995 in Wien gestorben.

Die Zeichnungen und Aquarelle von Herbert Wurzinger ordnen sich in die große Tradition der Wiener Vedutenmalerei ein. Sie kennzeichnet sich darin, dass das Motiv nicht - wie etwa bei Cezanne - formalen Bestrebungen untergeordnet wird; der Untersuchung räumlicher Beziehungen von Formen mit den Mitteln von Linien oder Linien und Farben, also Anlass bildnerischer Gestaltung ist, sondern selbst im Mittelpunkt der künstlerischen Betrachtung steht, die auf eine freie und doch möglichst getreue Abbildung des Gegenstandes abzielt. Seine Malerei in hellen, durch die Begegnung mit dem Impressionismus farbig durchlichteten Tönen, die ohne Vorzeichnung auszukommen vermag, ist dabei in letzter Zeit noch überlegener und großzügiger geworden, ohne an Eindring­lichkeit zu verlieren. Herbert Wurzingers liebenswerte und liebenswürdigen Werke stellen - fernab modischer Strömungen - einen eigenen wesentlichen Beitrag zur Wiener Vedutenmalerei dar.

 

Professor Wurzinger ist in der Josefstadt auch mit Ausstellungen in, wie zum Beispiel 1981 im Rahmen des „Josefstädter Advents” und 1983 an der Bezirksvorstehung bekannt. Er war auch Mitarbeiter des Bezirksmuseums Josefstadt, das eine Anzahl seiner Werke in der Sammlung hat.

 

Der Pfarre Alser Vorstadt war der Künstler nicht nur dadurch verbunden, dass er den größten Teil seines Lebens in der Skodagasse 22, dem heutigen Rudolf-von-Alt-Hof, gewohnt hat. Er hat auch einige seiner Werke der Pfarre zur Nutzung überlassen. So sind sowohl Titelblätter für die "impulse" als auch der Spendenaufruf für die Orgel zu erwähnen. Unsere Kirche war auch immer wieder ein Motiv seiner Werke. 1984 in der Festwoche zur 200-Jahr-Feier zeigte Prof. Wurzinger Bilder der Alservorstadt in einer eigenen Ausstellung.