Prof. Dr. Viktor Frankl 

Mariannengasse 1

 

Frankl, Viktor E(mil), geboren am 26. 3. 1905 in Wien, gestorben am 2. 9. 1997 ebenfalls in Wien , Psychiater, Neurologe. 1936-42 Facharzt für Psychiatrie in Wien, bis 1945 in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert; 1946-70 Vorstand der  Neurologischen Abteilung der  Allgemeinen Poliklinik in Wien, ab 1955  Professor  für Neurologie und Psychiatrie an der  Universität Wien; Gastprofessuren in den USA; ab 1970  Professor für Logotherapie an der International University San Diego. Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, die Patienten bei der Sinnsuche helfen sollen.
Im Universitätscampus, dem alten AKH, gibt es den Viktor E. Frankl Weg. Er führt parallel zu Alser-Straße.

 

Gedenktafel am Haus Mariannengasse 1.

In den impulsen 1/1993 (Pfarrblatt der Pfarre Alser Vorstadt) ist ein Artikel über Prof. Frankl erschienen.

 

Viktor Frankl über das Vaterland

Ich halte es mit jenem angelsächsischen Dichter, der einmal gesagt hat: "Dort wo ich verstanden werde, dort ist mein Vaterland." Und es tut mir leid, dass ich sagen muss, dass ich in anderen Ländern früher und besser verstanden wurde, als in meinem Vaterland.

Viktor Frankl über das Leben nach dem Tod

Im Augenblick unseres Todes fällt die Zeitkategorie automatisch weg. Ich halte es für sinnlos, von der Todessekunde angefangen, von einem "Vorher" oder einem "Nachher" zu sprechen und daher fallen auch Fragen wie Reinkarnation, überhaupt Fortleben nach dem Tod für mich weg. Die Zeitkategorie stirbt mit uns. Wir nehmen uns keine Zeitkategorie und keine Raumkategorie  ins Grab, in den Sarg mit. Raum und Zeit finden keinen Platz in unseren Särgen.

Viktor Frankl über das Alter

Ich habe Beschwerden und ich habe nichts gegen das Alter, solange ich mir einbilden darf, dass ich dem Maße, in dem ich altere, noch immer reife.

Viktor Frankl über den Menschen

Er ist das Wesen, das die Gaskammern erfunden hat, aber zugleich auch das Wesen, das in die Gaskammern gegangen ist, aufrecht und Gebet auf den Lippen.

Viktor Frankl über den Tod

Wenn der Tod nicht wäre, könnten wir ja unendlich lange Leben und alles aufschieben - nichts müsste heute geschehen, alles könnte morgen, könnte in einem Jahr, in hundert Jahren geschehen. Nur die Tatsache der zeitlichen Begrenzung unseres Das eine ist der Ansporn, die Zeit und jede Stunde und jeden Tag zu nutzen. Wenn wir das Ganze durchdenken, dann schreckt uns der Tod gar nicht.

Viktor Frankl über das Gebet

Wenn ich bete, dann vergesse ich mich selbst. Wenn ich bete, dann verliere ich mich selbst aus den Augen. Und etwas Ähnliches geschieht im Tod, im Sterben. Und wenn ich etwas zu reden hätte, so würde ich veranlassen, dass drei Dinge niemals fotografiert, niemals gefilmt werden dürfen: das Lieben, das Beten und das Sterben. Alles drei sind Elementeder intimsten Einsamkeit des Menschen, wo er ganz er selbst sein, werden und bleiben darf, ohne dass eine Öffentlichkeit ihn angreift.